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Wie wirst Du zur Helikoptermom?

Ja, ich gebe es zu. Für den ein oder anderen wirke ich sicherlich wie eine Helikoptermom. Ich bin eine Mutti, die sich stets sorgt und kümmert. Es wirkt sicherlich hier und da so als ob ich nichts so wirklich ihren Lauf lasse. Ich bin die Mutti, die verunsichert auf einem Spielplatz dasteht, wenn das Kind auf eine Gondel gesetzt wird. Ich bin dann die Mutti, die angsterfüllt einen Sprint hinlegt um direkt neben dem Kind zu sein, falls es runterfällt.

 

Ja, hallo, das bin ich. Die sprintende Mutti auf dem Spielplatz, mit dem Blick „Kind keine Angst, Mami ist da“ und beim Hechtsprung in die Sandgrube fange ich dich auf. Komme was wolle. Ich bin da.


Wie wurde ich zur einer Helikotpermutter?

Schwangerschaftspaarshooting Babybauch blaues Outfit
Foto von Licht-echt Fotografie

Mit der Geburt ist ein neuer Mensch, mit ganz eigenen Köpfchen und Hintergedanken, in das Leben der Eltern getreten. Man verbringt sehr viel Zeit mit dem Kind und kennt es irgendwann ganz gut. Na ja, man kann etwas besser als andere raten was es hat. Aber alle paar Abende steht man auch wieder vor einem Rätsel und weiss nicht was los ist und auch das Raten ist anscheinend falsch.

 

Beim Entwicklungssprung von unserem Sohn von 2 auf 2,5 Jahre hat sich echt sehr viel getan. Mit 2 Jahren war er auf Spielplätzen, soweit ich weiss, eher unsicher. Brauchte stets Hilfe. Klettern war noch so gar nicht seins. Schaukeln klappte nicht. Er hat sich einfach nicht festgehalten. Gondelfahrten brauchte man daher gar nicht probieren.

 

Erste Schaukel-Ausprobier-Momente endeten leider immer unschön. Er schaukelte kurz hin und her und nichtsahnend lies er los, sagte „runter“ und fiel auch genau in diesem Moment herunter. Mutti war stets zu langsam. Gesicht war im Sand verschwunden, die Lust am Spielplatz in diesem Moment für Mutter und Kind wie weggeblasen.

Kind sauber machen, Keks rein und nach Hause.

 

Ende vom Lied: Schaukeln ist doof.

 

Soviel zu meinem laienhalfen Standpunkt.

Wie war Euer Ausflug?

Samstags habe ich in der Regel große und spannende Ausflüge. Nach dem Heimkehren darf ich immer von den Hochzeiten und der überschwänglichen Liebe berichten. Von Strahlenden Augen und herzzerreißenden Freudentränen.

Die Fotos von dem Brautpaar Denise und Sebi wurden von den Schnappschützen gemacht.


Was passiert zu Hause, wenn ich arbeite?

Eine große Rolle am Spielplatzgeschehen habe ich nämlich noch nicht erörtert. Die Vaterrolle. Mutti ist ja Samstags stets auf Hochzeiten unterwegs. Unter der Woche haben wir uns nachmittags nach dem Kindergarten eher mit Freunden und anderen Kindern getroffen oder waren zusammen einkaufen. Es war tatsächlich so, dass mein Mann mit unserem Sohn viel öfter auf dem Spielplatz war, als ich. Das war ok. Ich konnte in diesen Momenten ja zuhause arbeiten. Hatte Momente für mich. Um in Ruhe zu duschen. Einfach himmlisch.

 

Und wie Euer Ausflug zum Spielplatz?

 

War schön.

 

Soviel wusste ich dann also auch von dem Spielplatzkönnen meines Sohnes.

Dann rannte ich quer über den Spielplatz

 Dann kam irgendwann der Moment, dass ich mal wieder mit auf dem Spielplatz war. Samt Schwiegermutter und Schwägerin und gefühlt alle Menschen, wo man vermeiden möchte, dass das Kind sich wehtut, sinnfrei rumheult und man nur wegen dem eigenen Kind nach Hause muss, weil die Stimmung gekippt ist.

 

Und da kam dann der Moment. Eine riesige Gondel. Ich stand noch nichtsahnend da und sah wie mein Mann unseren Sohn auf die Gondel setzte und ihn losfahren ließ. Mein Herz blieb stehen. Ich dachte direkt an „will runter“ und die Hände, die direkt das Seil loslassen werden. Und somit rannte ich los. Der Sprint quer über den Spielplatz. Verunsicherte Blicke von anderen. Gefallen ist mein Sohn natürlich nicht. Er hat sich bis zum Schluss festgehalten.

 

Hallo Helikoptermom!

 

Gefühlt haben alle über mich gelächelt. Mut machende Sprüche kamen dann von allen Seiten:

 

„Das kann er schon länger“ (von meinem Mann)

 

 „Du kannst deinem Jungen schon mehr zutrauen“

 

„Da wäre doch nichts passiert. Darunter ist doch Sand“


Ich war nicht traurig! Ich war stolz.

 Aber ja, durch einen Job neben den Kindern, teilt man sich die Erziehung und auch Spielplatzgänge. Ich bin froh und sehr dankbar über die Möglichkeit. Bin dankbar, dass mein Mann unserem Sohn schon soviel beigebracht hat. Traurig, dass ich das nicht mitbekommen habe, bin ich nicht. Ich war riesig stolz und hab geklatscht und meinen Sohn voller Freude herumgewirbelt, als er von dieser Gondelfahrt abgestiegen ist.

 

Mein kleiner Mann wird groß.

 

Ging es Euch schonmal ähnlich?

 

Liebe Grüße

Eure Daniela